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Top 10: Hamburgs gefährlichste Orte für Radfahrer

Gesell­schaft­lich haben Fahr­rad­fah­rer in Ham­burg gera­de Auf­wind. Von der Poli­tik unter­stützt, wer­den die Wege für Rad­fah­rer immer wei­ter aus­ge­baut. Dies sorgt für eine zuneh­men­de Popu­la­ri­tät der Zwei­rä­der. Mehr Rad­fah­rer bedeu­ten jedoch auch mehr Men­schen mit beschränk­ten Kennt­nis­sen der gel­ten­den Ver­kehrs­re­geln. Ob aus Unwis­sen­heit oder mit Vor­satz, häu­fig wer­den Vor­schrif­ten miss­ach­tet. Dies bestä­tigt auch die Unfall­sta­ti­stik der Ham­bur­ger Poli­zei: In 56 % der Fäl­le sind Rad­fah­rer die Haupt­un­fall­ver­ur­sa­cher. Bei wei­te­ren 8 % trifft sie eine Teil­schuld. Dabei kracht es an eini­gen Orten der Stadt unge­wöhn­lich häu­fig. Die Ham­bur­ger Poli­zei hat uns die Top 10 der gefähr­lich­sten Orte für Rad­fah­rer genannt.

Platz 10: Ade­nau­er­al­lee / Kreuz­weg (St. Georg)
Hin­ter dem Haupt­bahn­hof sorgt die Kom­bi­na­ti­on aus ein- und aus­par­ken­den Autos sowie unacht­sa­me Hotel­gä­ste auf den Wegen und Stra­ßen für häu­fi­ges Kon­flikt­po­ten­ti­al.

Platz 9: Bal­lin­damm / Fer­di­nands­tor / Lom­bards­brücke (Ham­burg-Alt­stadt)
Die viel­be­fah­re­ne Kreu­zung an der Bin­nen­al­ster ist im hek­ti­schen Berufs­ver­kehr prä­de­sti­niert für Unfäl­le wäh­rend des Abbie­gens und bei Spur­wech­seln.

Platz 8: Ernst-Merck-Stra­ße / Georgs­platz / Glocken­gie­ßer­wall (Ham­burg-Alt­stadt)
An die­sem chao­ti­schen Nadel­öhr am Haupt­bahn­hof tref­fen Pend­ler­strö­me, Lie­fer­ver­kehr und Taxis auf eng­stem Raum zusam­men und sor­gen für ein hohes Gefah­ren­po­ten­ti­al.

Platz 7: Lud­wig-Erhard-Stra­ße / Rödings­markt / Wil­ly-Brandt-Stra­ße (Ham­burg-Alt­stadt)
Rad­fah­rer, die die­se Kreu­zung an der mehr­spu­ri­gen Ost-West-Ach­se der City über­que­ren wol­len, tref­fen auf die hohe Geschwin­dig­keit des Auto­ver­kehrs.

Platz 6: Alto­na­er Stra­ße / Max-Brau­er-Allee / Schul­ter­blatt (Stern­schan­ze)
Hier, am Über­gang des hip­pen Schan­zen­vier­tels nach Alto­na, ist es immer hek­tisch. Fuß­gän­ger, Lie­fer­wa­gen in zwei­ter Rei­he, E-Scoo­ter und eine gro­ße Men­ge Fahr­rä­der tei­len sich den Platz. Unfäl­le gesche­hen oft auf­grund der Unacht­sam­keit vie­ler Ver­kehrs­teil­neh­mer.

Platz 5: Espla­na­de / Gorch-Fock-Wall / Ste­phans­platz (Neu­stadt)
An die­sem Kno­ten­punkt der Haupt­schlag­ader des Ham­bur­ger Berufs­ver­kehrs kommt es häu­fig zu Unfäl­len rechts­ab­bie­gen­der Autos und par­al­lel radeln­der Rad­fah­rer.

Platz 4: Elb­chaus­see 300–304 (Otten­sen)
Obwohl die Elb­chaus­see wun­der­schön ist, wird sie für Rad­fah­rer häu­fig zum Alb­traum. Wäh­rend sich Nobel­ka­ros­sen, Lie­fer­ver­kehr, Bus­se und Rad­ler den sehr engen Raum auf Höhe des Hohen­zol­lern­parks tei­len, wird bei Über­hol­ma­nö­vern häu­fig der Sicher­heits­ab­stand unter­schätzt.

Platz 3: Alsterg­la­cis / Alster­ufer / Ken­ne­dy­brücke / Neu­er Jung­fern­stieg (Rother­baum)
Die unüber­sicht­li­che Ver­kehrs­füh­rung an den Alster­brücken ver­langt von den Rad­fah­rern höch­ste Kon­zen­tra­ti­on, weil Rad­we­ge und Fahr­bah­nen sich hier kom­plex kreu­zen. Wer hier im Berufs­ver­kehr fährt, braucht Augen auf dem Hin­ter­kopf.

Platz 2: Alsterg­la­cis / Damm­tor­damm / Theo­dor-Heuss-Platz (Rother­baum)
Der stark fre­quen­tier­te Bahn­hof Damm­tor birgt ein hohes Unfall­ri­si­ko. Das wil­de Zusam­men­spiel aus Lini­en­bus­sen, abbie­gen­den Autos und einer gro­ßen Men­ge an Fahr­rad­fah­rern erfor­dert ein hohes Maß an Auf­merk­sam­keit. In den Stoß­zei­ten ist die­ser Bereich der pure Hexen­kes­sel, der jede Nach­läs­sig­keit bit­ter bestra­fen kann.

Platz 1: Kreis­ver­kehr Klo­ster­stern (Har­ve­ste­hu­de)
Der abso­lu­te End­geg­ner für jeden Ver­kehrs­teil­neh­mer in Ham­burg. In dem rie­si­gen, zwei­spu­ri­gen Kreis­ver­kehr, wel­cher in sechs Stra­ßen mün­det, pral­len extre­me Ver­kehrs­strö­me auf­ein­an­der. Er ist Unfall-Hot­spot Num­mer 1. Auch, weil die Vor­fahrt der Zwei­rä­der auf dem umge­ben­den Rad­weg häu­fig im Ver­kehrs­chaos miss­ach­tet und ein Rad­fah­rer im hasti­gen Gedrän­ge schnell über­se­hen wird. Dies ist der klas­si­sche Ort für Abbie­ge- und „Dooring“-Unfälle.

Die­se Liste zeigt deut­lich: Dort, wo vie­le Ver­kehrs­teil­neh­mer auf­ein­an­der­tref­fen, ist höch­ste Auf­merk­sam­keit gefor­dert, egal ob zu Fuß, auf zwei oder auf vier Rädern. Doch die Sta­ti­stik der Ham­bur­ger Poli­zei gibt auch Grund zur Hoff­nung. Wenn die Acht­sam­keit der Zwei­rad­fah­rer steigt, las­sen sich vie­le Unfäl­le ver­mei­den. Im All­ge­mei­nen soll­te man dem Appell der Poli­zei für eine gegen­sei­ti­ge Rück­sicht­nah­me aller Ver­kehrs­teil­neh­mer nach­kom­men – damit es auf Ham­burgs Wegen und Stra­ßen für jeden sicher bleibt.

Chri­sti­an Ehr­horn

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